![[PDF] Die Geburt der Klinik: Eine Archáologie des árztlichen Blicks (Figuren des Wissens/Bibliothek) KOSTENLOS DOWNLOAD](https://images-eu.ssl-images-amazon.com/images/I/41AVhq3rnxL._SS500_.jpg)
Dieses Buch; so schrieb Foucault im Nachwort; ist ein Versuch; in dem so verworenen; so wenig und so schlecht strukturierten Bereich der Ideengeschichte zu einer Methode zu gelangen. Diese Methode; die Foucault als eine Archäologie der Humanwissenschaften begriff; operiert hier auf scheinbar schmaler historischer Basis: die Geschichte der Medizin an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert. Es ist dies nicht nur die Epoche der Aufklärung und der Französischen Revolution; sondern auch eines dramatischen Wandels des menschlichen Selbstbildes; der zuallererst in der Medizin zu greifbaren Konsequenzen führt. Die Neuorganisation des Spitalwesens; die Entstehung der modernen Klinik und ihre Abkoppelung von den ärztlichen Praxen; die systematische Untersuchung von Leichnamen und die daraus resultierende pathologische Anatomie; die Entschleierung des Körperinnenraums und die neuen ärztlichen Fachsprachen - all dies entziffert Foucault als Anzeichen eines grundlegend neuen; rationalen Umgangs mit Krankheit und Tod. Die Krankheit ist nicht mehr das Unheil schlechthin; sondern ein endliches; körperliches Netz von Symptomen; das der ärztliche Blick leidenschaftslos freilegt. Der Tod ist nicht mehr metaphysischer Abgrund; sondern eine dem Körper inhärente Möglichkeit. Indem so die Medizin dem Menschen einen Spiegel radikaler Endlichkeit andauernd vorhält; rückt sie an einen zentralen Ort im System der Humanwissenschaften.
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